U23 EM 2007 in Hamburg
Das Ganze war extrem kurzfristig. Am Donnerstag Morgen bekam ich einen Anruf vom Naticoach, der mir mitteilte, ich sei im WM-Team dabei und ersetze den verletzten Manuel Küng.
40min. später saß ich bereits im Zug... nochmals 4h später war ich dann in der Hansestadt oben.
Es ging alles so ruckzuck, dass mich die Nervosität gar nicht groß übermannen konnte, denn am nächsten Tag (Freitag) hatte ich ja bereits meinen Einsatz. Der Wettkampftag: "take your marks" und schon blies das Horn.
Beim Schwimmen in der Alster blieb die befürchtete Schlägerei um die Bojen herum mehr oder weniger aus. Geschwommen wurde im Neopren, da das Wasser arschkalte 16 Grad betrug.
Doch erst einmal dem Schwimmparcours entstiegen, wurde es noch
kälter: 12 Grad und es "schiffte" und kübelte was der Himmel hergab.
Die Situation war so ungewohnt, dass es manchmal sogar über die Schmerzen des Wettkampfs hinweg half (knallhart war es auf dem Rad, weil ständig Attacken aus unserem 50 Athleten umfassenden Feld gestartet wurden und dann immer Lücken wieder geschlossen werden
mussten): Da war einmal der Regen von oben. Dazu kam das schmutzige Regenwasser vom Hinterrad des Vordermanns, der dir ins Gesicht spritzte und der Teppich in der Wechselzone (unser Radparcours führte uns jedesmal durch die Wechselzone) war so voll gesogen und nass, dass es dort sogar von unten herauf zu Regnen schien...
Mit jedem Kilometer, den wir zurücklegten, schlich sich die Kälte mehr ein. Vor allem meine Hände hatten darunter zu leiden. Kurz vor dem Wechsel aufs Laufen konnte ich nur mit grösster Mühe meinen Kohlenhydratgel zu mir nehmen, da sich meine Finger immer verkrampften. Dann ab in die Wechselzone. Dieser letzte Wechsel war sehr zuschauerfreundlich, gabs doch auf dem rutschigen Teppich tonnenweise Ausrutscher der Athleten.
Auf den abschließenden 10km hatte ich, wie so viele andere auch Mühe, überhaupt einen Lauf-Rhythmus zu finden. Meine vereisten, stocksteifen Beinchen wollten sich nur widerwillig bewegen. Endlich kam ich ins Ziel. Als 30er und 3'42'' hinter dem deutschen Sieger Buchholz. Fazit:
In so einem Feld ist der Rönneler mit seiner Leistung jenseits von Gut und Böse. Das internationale Niveau ist pickelhart. Aber das machts erst interessant und unterscheidet ja den Triathlon vom Zuckerschlecken :-) es liegt Arbeit an...
Aaron Rudolf