Medium Triathlon Locarno 02. September 2007
Sehr kurzfristig habe ich mich entschieden am Locarno Triathlon über die Mitteldistanz (2.5 Km Schwimmen - 80 Km Radfahren - 20 km Laufen) an den Start zu gehen. Die Entscheidung sollte ich jedoch nicht bereuen, wie sich später herausstellen würde. Eine geniale Erfahrung, die ich vorher so noch nicht gemacht habe.
Am Sonntag, kurz vor dem Rennen, war ich so nervös wie noch nie zuvor an einem Wettkampf. Ich wusste überhaupt nicht, was mich erwarten würde. Fragen wie: „Was für Schmerzen werden mich plagen?“ oder „Halte ich die ganze Sache überhaupt durch?“, schwirrten mir durch den Kopf. Dennoch freute ich mich sehr, dass es endlich losging und dass ich mich in die 21 Grad warmen Fluten des Lago Maggiore stürzen konnte.
Rund 80-90 Athleten waren am Start der Herren Hauptklasse. Alle anderen Kategorien begannen ihre Rennen rund eine viertel Stunde später. Gestartet wurde wie erwartet schnell. Jeder wollte sich einen guten Platz herausschwimmen. Ich befand mich in guter Position an etwa 8. Stelle. Die ganze Schwimmstrecke dachte ich über Dinge nach, die einem eigentlich nicht durch den Kopf gehen sollten bei einem Rennen. Tja, sei`s wie`s ist. Die Schwimmstrecke war ein ziemliches Geprügel. Ich hatte immer wieder mit Schlägen der Konkurrenten zu kämpfen, was mich aber nicht aus dem Rhythmus warf und auch nicht weiter schlimm war. Eine Erfahrung, die man einfach gemacht haben muss. Im Vergleich mit internationalen Rennen hätte man diese Hiebe wohl unter Streicheleinheiten eingestuft.
So schwang ich mich dann nach einem mässigen Wechsel voller Enthusiasmus auf das Rad. Zu meiner grossen Freude feuerten mich alle meine Teamkollegen und Teamchef Bruno in der Wechselzone und zu Beginn der Radstrecke an. Sie kamen alle wegen mir um 9 Uhr morgens ins Lido um mich zu unterstützen! Da läuft es einem schon kalt den Rücken runter, wenn man von so vielen Gesichtern angefeuert wird! Herzlichen Dank noch mal für die tolle Unterstützung!
Auf der Radstrecke bildete sich schnell mal eine 9köpfige Spitzengruppe, deren ich zu Beginn auch noch angehörte. Doch ca. 2 Kilometer vor dem Wendepunkt, an der etwa steilsten Stelle der Radstrecke, musste ich abreissen lassen. Schade! Zusammen mit einem Konkurrenten, der ebenso mit der Spitze nicht mehr mithalten konnte, fuhren wir die restlichen 40 Kilometer zurück nach Locarno in die Wechselzone.
Vor den bevorstehenden 20 Kilometer Laufen hatte ich am meisten Respekt. Was würde mich jetzt erwarten, bei dieser brütenden Hitze, auf dieser langen Laufstrecke, nach diesen happigen 80 km Radfahren? Zum Glück kams nicht so schlimm raus, wie ich befürchtet hatte. Ich fand schnell meinen Rhythmus, den ich ziemlich konstant durchziehen konnte. Auch auf der Laufstrecke wurde ich tatkräftig von meinem genialen Team angefeuert und unterstützt. So etwas Grandioses hatte ich zuvor selten erlebt! Das hat mir jeweils immer wieder frische Energie gegeben und so konnte ich auch die letzte Laufrunde à 5 Kilometer ohne grosse Probleme hinter mich bringen und voller Freude ins Ziel laufen. Mit einer Zeit von gut 4 Stunden und einem elften Platz von etwa 270 Startenden durfte ich sehr zufrieden sein.
Ein Wettkampf ging somit zu Ende, den ich so schnell nicht vergessen werde. Einerseits durch die vielen Erlebnisse, die ich während der „Leidenszeit“ sammeln durfte, andererseits durch den grossen Zusammenhalt unseres Teams, den ich die ganze Zeit spüren konnte.
Einen grossen Dank möchte ich deshalb meinem ganzen Team, Bruno und vor allem auch meinem Vater aussprechen, die mich das ganze Rennen über begleitet und unterstützt haben!
Dir sit eifach die Beschte!!!
Pascal Frieder