Norseman Xtreme Triathlon

3. August 2019

Was ist der Norseman/ Xtri WM?

Ein Wettkampf mit grossem Abenteuercharakter. Und für Chrigu der Antrieb seine Limits aufs Neue auszuloten. Der Norseman ist das Pendant zum Ironman – gilt als einer der härtesten Triathlon-Wettbewerbe der Welt. (Ironman-Distanz 3.8km Schwimmen, 180km Rad und 42km Lauf.) Die Teilnehmerzahl der X-trème Triathlon Serie ist auf je 250 begrenzt.

Im Rahmen des Norseman Extrème Triathlon wurde dieses Jahr erstmals der Xtrème Triathlon World Championship-Titel vergeben. 22 Athleten waren in der WM-Wertung vertreten, 250 in der offenen Wertung, die die 226km lange Strecke vom Hardangerfjord über die Hardangervidda-Hochebene bis auf den Gaustatoppen in Angriff nahmen. Für die WM qualifizieren sich nur die jeweils ersten zwei der 11 X-trème Wettkämpfe auf der ganzen Welt, plus die besten fünf Athlethen des Norseman.

Die Schwimmdisziplin findet in einem Fjord statt, wo die Wassertemperatur zwischen 13 und 17 Grad misst. Zur Startposition führt ein 4 Meter Sprung von der Fähre ins dunkle Meerwasser. Der Radpart ist mit fünf bissigen Anstiegen gespickt, die bis zu 15 Steigungsprozenten beinhalten. Insgesamt sind es 3416 Höhenmeter. In den schnellen Abfahrten wird eine Geschwindigkeit von bis zu 90 Km/h erreicht. Der Marathonlauf besteht aus 25 fast flachen, monotonen Kilometern auf ausschließlich Asphalt; eine vor allem mentale Herausforderung. Gefolgt, ab Kilometer 25, der heftige Zombie-Hill; 7.5 Kilometer steil Bergauf, ein erneut kurzes Flachstück und ab Kilometer 37.5 der 17 km lange Schlussanstieg über Geröll auf den Gaustatoppen - 1819 Höhenmeter. Der auffälligste Unterschied zu anderen Triathlons ist die Betreuerpflicht, d.h. jeder Teilnehmer muss einen motorisierten Supporter engagieren, der sich um Verpflegung, Radtransport, Wechselzonen und nicht zuletzt um die moralische Unterstützung kümmert.

Nach einer Woche Akklimatisation in Geilo, unserer Ferienlocation und sogleich Mittelpunkt der Wettkampfstrecke, war es soweit:

Freitagmorgen - wir machen uns auf den Weg zur Registration und holen die Startnummer ab. Die Anspannung ist langsam spürbar -  leichte Nervosität - ein gutes Zeichen. Ich erhalte die Startnummer 36. Anschließend werden die Speicher gefüllt; Jolle (Freund, Manager, Ratgeber, Betreuer, Junge für alles) und ich gehen in ein gemütliches Restaurant und hauen so richtig Teigwaren rein. Anschliessend wird noch einmal das Rennmaterial kontrolliert, gebüschelt und zurechtgelegt. 21.00 Uhr ist Schlafenszeit.

Wettkampftag:

02:25 Uhr ist Tagwache. Ich habe gut geschlafen. Nach einem kurzen Frühstück machen wir uns auf den Weg in die Wechselzone und deponieren mein Velo. Der Nervenkitzel steigt, spätestens als die Fähre die Tore öffnet. Mein Buchser Kamerad Mänu und ich betreten das Starttor zum Norseman: ein geiles Gefühl - ab jetzt gibt es kein Zurück mehr.

04.45 Uhr. Der Sprung ins kühle Nass, 17° Grad misst der Fjord heute Morgen. Angenehm, ich habe mir es kühler vorgestellt. Ich paddle zur Startlinie - bin entspannt; ein langer Tag kann beginnen.

04.55 Uhr. Das Starthorn erklingt und auf geht's - immer die gleiche Taktik: 300m Vollgas und ab da einem schnellen Konkurrenten nachschwimmen.

Nach gut einer Stunde bin ich dem Wasser entflohen und pedale auf meiner Zeitfahrmaschine los: Yes! der erste Teil ist geschafft! Es geht durch malerische Landschaften; an Bächen, Wasserfällen und Seen vorbei "ärdeschön"! Nach gut 50 km hat sich auch der Nebel verzogen und die Temperaturen steigen von anfänglichen 7 Grad auf angenehme 20 Grad. Nach 90 km ist es soweit; mein gesamter Fanclub schließt sich mir an und begleitet mich mit tosenden Anfeuerungsrufen Richtung Wechselzone. Nach gut 5.5 Stunden habe ich den Velopart hinter mich gebracht - ein gutes Gefühl.

Das Laufen: jetzt ist es nur noch Kopfsache... phuu! Die ersten 20 km kann ich in einem guten Tempo laufen - dann meldet sich der Kopf. Die nächsten 5 km sind hart und nicht sehr schnell, aber wie gehabt - es ist ja Kopfsache! Ab km 25, dem berüchtigten Zombie-Hill, geht es brutal aufwärts; im wahrsten Sinn des Wortes, mit stets um die12%-Steigung. Als mich ab km 28 Mättheler zu Fuss begleitet und mit mir über Gott und die Welt plaudert, vergehen die Km wie im Flug.

Km 37.5.  Jetzt ist der Berglauf angesagt. Rucksack mit warmer Kleidung ist Pflicht. Ich weiss nicht, bei uns würde dies wohl nicht mehr als Wanderweg gelten, nur noch Schotter und grössere Felsblöcke liegen vor uns, eine reine Steinwüste mit laufender Ausrutsch- und Einklemmgefahr. Wenn man noch frisch wäre, könnte man schön von Stein zu Stein hüpfen - wenn…

Die Plätze sind nun zum Glück verteilt: nach vorne geht nichts mehr und von hinten rückt auch niemand näher. Die letzten 1.5 km sind fast richtig Genuss: eine Traumaussicht.

Das Ziel. Einfach geil!  Auf dem Gipfel vom Gaustatoppen: meine Familie und Kollegen, die Aussicht - ein sensationelles Gefühl! Ein guter Tag - und ich kann sagen: es het gfägt!! "Merci a aui für das unvergässleche Erläbnis und Abentür: wo ig nume dank öich ha dörfe erläbä u gniesse!"

An dieser Stelle möchte ich besonders auch meinem Supporterteam danken – Jolle und Mätthu. Ihr habt mir den Rücken frei gehalten. Hattet Stress, Anstrengung. Ihr wart Versorger, Begleiter, Absicherer, Helfer in der Not – und Motivator. Alles auf einmal, den ganzen Tag, vom Freitagmorgen, vom Aufstehen nachts bis irgendwann spät am Abend. Eure Hilfsbereitschaft, positive Energie, Freude, Leidenschaft, Toleranz – Danke, ihr wart und seit genial!

 

Xtri World Championship by Norseman

Platz 14. von 22.

Overall Platz 16. von 225

Resultate

Disziplin Zeit Rückstand Rang Schnitt
Schwim 0:55.03 +07.08 11 01.26 min/100m
T1 03.28 +02.35 32 -
Bike 5:34.36 +21.27 11 32.2 km/h
T2 01.26 +01.01 17 -
Run 4:32.36 +41.07 18 06.27 min/km
Total 11:07.11 +1:07:11 14 -

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