Helveticman

4. September 2021

Nach einem kalten Trainingswettkampf in Davos letzten Samstag, wo ich mein Körper am Limit vortesten konnte, fuhren wir (Felix und Sopie begleiteten mich :)) nun eine Woche später, um 5:50 Uhr von Langenthal nach Stansstad los. Die Nerven lagen blank…

Doch bevor ich vom diesjährigen Helveticman erzähle, möchte ich einen kurzen Rückblick auf den Helveticman 2020 machen. Denn letztes Jahr freute ich mich nach den unzähligen coronabedingten Wettkampfabsagen sehr auf den schönen Wettkampf in der Innerschweiz. Ich war froh, dass Bruno und Jannette mich zur Unterstützung begleiteten. Doch es sollte nicht mein Wettkampf werden. Mein Körper war in einer super Wettkampfform, doch leider verlief ich mich zweimal auf der offiziellen Strecke und verschenkte somit meinen Podestplatz. Nach dieser Frustation versprach ich Bruno, ich würde mich nächstes Jahr „revanchieren“. Seither hatte sich dieses persönliches Ziel in meinem Kopf festgesessen und heute erhielt ich die Chance, mein Versprechen einzulösen.

Zum ersten Mal seit langem fühlte ich mich recht gut und wohl beim Schwimmen. Als ich aus dem Wasser kam, verstand ich auch wieso… Ich war deutlich langsamer geschwommen als geplant und kam mit einer schlechten Zeit als Siebter aus dem Wasser. Auch der Wechsel auf das Velo erfolgte aufgrund einiger Problemen mit dem Neopren nicht nach Wunsch. Doch auf dem Velo konnte ich den nicht optimal verlaufenen Start bald vergessen. Ohne Verschnaufspause führte die Velostrecke berghoch auf den Bürgenstock. Auf dem 22minütigen Auftieg platzierte ich mich auf Platz 2 und bis zur Melchsee-Frutt fuhr ich alleine. Am Anfang hatte ich etwas Mühe mit dem Gegenwind, der auch ziemlich kühl war. Ab der Stockalp versuchte ich berghoch meine Stärke zu beweisen und die Lücke zum Erstplatzierten zu schliessen. Trotz der tatkräftigen mentalen Unterstützung von Sophie und Felix auf der Velostrecke fehlte mir etwas die Schnelligkeit in den Beinen und konnte nicht meine Bestleistung auf dem Velo abrufen. Jedoch gab ich mein Bestes und versuchte konstant und fokussiert zwischen den schönen, steilen Felswände bei Cheselenbach hochzufahren. Hier leisteten mir einige grasende Kühe Gesellschaft. Nach einer sehr schnellen Transition auf der Melchsee-Frutt, ging ich energisch und motiviert auf die Laufstrecke. Die Lücke zum Erstplazierten war hier noch gross, gemäss Felix etwa 4-5 Minuten. Auf den ersten harten und steilen Kilometer spielte ich mit dem Gedanken, den Kampf um den ersten Platz aufzugeben. Ich sah den Erstplazierten in weiter Ferne und mein Körper meldete mit einigen Krämpfen die Müdigkeit an. Ich dachte aber gleichzeitig an alle meine Trainingskollegen und Mitfiebernden und pushte mich weiter. Ich machte vor einige Monate in Alpe d’Huez die Erfahrung, dass noch viel passieren kann und glaubte deswegen einfach daran. Nach der zweiten Laufhälfte, wo wir sogar einige Steigungen “klettern” mussten, merkte ich, dass der Abstand immer kleiner wurde. Die motivierte natürlich ungemein. Erst 3km vor dem Ziel, beim langen und schnellen Abstieg, überholte ich der bisherigen Erstplazierten, welcher von starken Krämpfen geplagt wurde. Nach einem schnellen letzten Kilometer konnte ich als Erster die Ziellinie überqueren und erreichte somit nach einem langen Kampf mein Ziel. Ich freue mich sehr, dass sich die tolle Arbeit von Pascal und die vielen tollen Trainings mit meinen Kollegen auszahlten. Der Weg zu diesem Erfolg hat wirklich Spass gemacht und durfte ich mit vielen Kollegen teilen. Danke euch allen!

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